Vom "Apfel des Paradieses" leitet sich sein Name ab: Die rot umhüllten Samenkerne des "granatum malum", des Granatapfels, gleichen in Form und Farbe tatsächlich oft dem Granat. Und wie Samenkerne stecken Granatkristalle in vielen Gesteinen; Granat ist "gesteinsbildend" - so ist er, wie der Granatapfel auch, ein Sinnbild für die Erde selbst.
Das leuchtende Glutrot ist die "Urfarbe" des Granats, auch wenn man schon lange weiß, daß es Granate in praktisch allen erdenklichen Farben gibt - außer in reinem Blau. Dem Farbenreichtum steht eine Vielfalt an möglichen Zusammensetzungen gegenüber: Das Wort "Granat" steht deshalb heute für eine ganze Gruppe von Mineralen. Sie umfaßt Almandin, Andradit, Grossular, Pyrop, Spessartin, Uwarowit und viele andere.
extraLapis No. 9 stellt die Granat-Gruppe vor und erläutert die Zusammenhänge: den Bauplan der Granate, ihre Zusammensetzung und ihre Mischbarkeit, die Entstehungsgeschichten und Fundorte, die gemmologisch wichtigen Merkmale, die Farben und ihre Ursachen, und vieles andere mehr. Aus der großen Zahl von Granatvorkommen werden zwei näher beschrieben: das Zillertal (mit Almandin) und Böhmen (mit Pyrop). Ihre Entstehung ist beispielhaft für viele Granatvorkommen dieser Welt.
extraLapis No. 9 berichtet auch von der großen Bedeutung, die Granate in unserer Geschichte haben: Die erste Hochblüte des Granatschmucks führt uns in das Mittelalter, die zweite in das 17. und 18. Jahrhundert. Die klassischen roten Granate sind auch heute noch beliebt; doch haben auch alle anderen ihren ganz speziellen Liebhaberkreis gefunden. Granat spielt aber auch in hochmoderner Technik eine wichtige Rolle: als der wohl wichtigste Laserkristall.